Die Adressverwaltung in Thunderbird ist recht einfach gestrickt. Grundsätzlich greift Thunderbird auf das Adressbuch zu, um Bilder in E-Mails zuzulassen oder abzuwehren. Hinter den Bildern verstecken sich in Spam-Mails oft Meldemechanismen an den Absender, weshalb es durchaus Sinn macht, von unbekannten Absendern erst einmal keine grafischen Elemente zu akzeptieren.
Aber das Adressbuch kann mehr. Es verfügt über alle notwendigen Felder inklusive frei definierbarer Einträge. Sofern man sich mit der amerikanischen Darstellung der Postleitzahl (hinter der Ortsangabe) anfreunden kann, erfüllt das Adressbuch von Thunderbird seinen Zweck. Und der ist auf einem Netbook weniger das Erfassen und Verwalten von Adressen als vielmehr die Möglichkeit, unterwegs schnell einmal auf eine Adresse zugreifen zu können. Die Möglichkeit, zu jeder Adresse den Standort in Google Maps anzeigen zu lassen, kommt dem mobilen Konzept entgegen.
Die Möglichkeiten, Adressen aus anderen Anwendungen zu importieren, sind jedoch recht beschränkt. Es werden nur einige betagte Textformate angeboten, nicht jedoch das vCard-Format. Gerade dieses ist jedoch mittlerweile der Standard für elektronische Visitenkarten, auf die man in E-Mails trifft und die jedes Adressprogramm und jedes Mobiltelefon beherrschen sollte. Vermutlich kann auch Ihr bevorzugtes Adressbuch auf dem Hauptrechner den kompletten Adressstamm als einzelne Datei mit der Endung .vcf exportieren. Doch wie kann Thunderbird nun diese Adressen einlesen?
Die Lösung liegt auf der Hand: als Mozilla-Programm verfügt auch Thunderbird über eine Schnittstelle für Add-ons. Eine Suche auf der Add-on-Seite für Thunderbird fördert jedoch wenig hilfreiches zu Tage. Dennoch gibt es ein Add-on, das es ermöglicht, Adressen im vCard-Format zu importieren und auch zu exportieren. Es heisst MoreFunctionsForAddressBook und kann direkt von der Website des Entwicklers herunter geladen werden. Zur Installation muss die Datei dann lediglich in Thunderbird unter Extras > Add-ons > installieren aufgerufen werden. Das Add-on mit dem Leerstellen freien Namen erweitert das Thunderbird-Adressbuch um weit mehr, als die Fähigkeit, mit dem vCard-Format umzugehen. Auf der Entwickler-Website sind alle Merkmale aufgelistet. Dazu gehören u.A. das Anzeigen eines Bildes zu jeder Adresse und die Möglichkeit, den Freitextfeldern Titel zuzuordnen.
Nun können Sie einen kompletten Adressstamm auf ein Mal in Thunderbird importieren, inklusive Bilder und Kategorien. Sie können einzelne Adressen exportieren und z.B. via Bluetooth an ein Mobiltelefon senden. Zugegeben, es findet keine Synchronisation der Adressen auf Netbook und Desktop-Computer statt. Solche Lösungen gibt es auch, aber sie sind meist recht kompliziert. Für das Adressbuch von Thunderbird soll es daher zunächst einmal genügen, .vcf-Dateien einlesen zu können.
Freitag, 31. Juli 2009
Donnerstag, 30. Juli 2009
E-Mails und RSS
Ubuntu wird in der Standardinstallation mit Evolution ausgeliefert. Dieses Programm kann nicht nur E-Mails und RSS-Feeds empfangen, sondern auch Adressen anzeigen und mit einem Kalender aufwarten. Damit wären die klassischen Bereiche einer Kommunikations-Suite abgedeckt, wäre da nicht ein entscheidender Schönheitsfehler: Evolution kommt nicht mit der begrenzten Bildschirmauflösung eines Netbooks zurecht. In der Vollbilddarstellung hüpft das Fenster hin und her, einmal verschwindet die Scroll-Leiste aus dem Bildschirm, dann wieder die linke Fensterseite. Ein solches Verhalten ist inakzeptabel, eine Alternative zu Evolution muss her.
Der Mailclient Thunderbird ist eine vollwertige Alternative. Er kommt von der Mozilla Foundation, also vom gleichen Anbieter wie der Webbrowser Firefox. Das Programm geht korrekt mit IMAP-Konten um, hat einen lernfähigen Spamfilter und beherrscht das automatische Sortieren von Mails mittels konfigurierbarer Regeln. Neben E-Mails kann Thunderbird auch RSS-Feeds verwalten. Typisch für ein Mozilla-Programm ist die Fähigkeit, Funktionen durch Add-ons hinzuzufügen.
Thunderbird können Sie einfach über Anwendungen hinzufügen/entfernen installieren, für Add-ons sollten Sie jedoch das Verzeichnis innerhalb des Mozilla-Programms verwenden.
Um Thunderbird bei der geringen Bildschirmhöhe eines Netbooks besser nutzen zu können, verkleinern Sie die Schaltflächen am oberen Rand der Fenster. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Button und wählen Sie Anpassen... In dem Konfigurationsfenster, das sich nun öffnet, wählen Sie unten im Pulldownmenü Zeige den Eintrag Symbole und markieren die Option kleine Symbole. Sie können auch die Funktionsleiste abschalten, um noch etwas Platz zu gewinnen.
Als Empfangsprotokoll für E-Mails sollten Sie auf einem mobilen Rechner immer IMAP statt POP3 wählen. Beim klassischen Protokoll POP3 geschieht die Organisation der empfangenen Mails auf dem Computer. Fragen Sie das selbe Postfach mit mehreren Computern ab, dann erzeugen Sie unter Umständen unterschiedliche Bestände. Nicht so bei IMAP, hier geschieht die Organisation der empfangenen Nachrichten auf dem Server, der Computer bildet lediglich den Serverbestand ab. Wenn Sie ein Mail auf dem Netbook lesen, dann wird es auch auf dem Hauptrechner als gelesen angezeigt. Wenn Sie auf dem Mailserver einen Ordner erzeugen und eine Mail dorthin verschieben, dann wird dies auf allen Rechnern entsprechend angezeigt. Sie müssen lediglich aufpassen, dass der auf dem Mailserver zur Verfügung stehende Speicherplatz noch für den Empfang neuer Mails ausreicht.
Mit dem in Thunderbird enthaltenen Adressbuch und der Möglichkeit, einen Kalender per Add-on hinzuzufügen, werden wir uns in einem weiteren Beitrag beschäftigen.
Der Mailclient Thunderbird ist eine vollwertige Alternative. Er kommt von der Mozilla Foundation, also vom gleichen Anbieter wie der Webbrowser Firefox. Das Programm geht korrekt mit IMAP-Konten um, hat einen lernfähigen Spamfilter und beherrscht das automatische Sortieren von Mails mittels konfigurierbarer Regeln. Neben E-Mails kann Thunderbird auch RSS-Feeds verwalten. Typisch für ein Mozilla-Programm ist die Fähigkeit, Funktionen durch Add-ons hinzuzufügen.
Thunderbird können Sie einfach über Anwendungen hinzufügen/entfernen installieren, für Add-ons sollten Sie jedoch das Verzeichnis innerhalb des Mozilla-Programms verwenden.
Um Thunderbird bei der geringen Bildschirmhöhe eines Netbooks besser nutzen zu können, verkleinern Sie die Schaltflächen am oberen Rand der Fenster. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen beliebigen Button und wählen Sie Anpassen... In dem Konfigurationsfenster, das sich nun öffnet, wählen Sie unten im Pulldownmenü Zeige den Eintrag Symbole und markieren die Option kleine Symbole. Sie können auch die Funktionsleiste abschalten, um noch etwas Platz zu gewinnen.
Als Empfangsprotokoll für E-Mails sollten Sie auf einem mobilen Rechner immer IMAP statt POP3 wählen. Beim klassischen Protokoll POP3 geschieht die Organisation der empfangenen Mails auf dem Computer. Fragen Sie das selbe Postfach mit mehreren Computern ab, dann erzeugen Sie unter Umständen unterschiedliche Bestände. Nicht so bei IMAP, hier geschieht die Organisation der empfangenen Nachrichten auf dem Server, der Computer bildet lediglich den Serverbestand ab. Wenn Sie ein Mail auf dem Netbook lesen, dann wird es auch auf dem Hauptrechner als gelesen angezeigt. Wenn Sie auf dem Mailserver einen Ordner erzeugen und eine Mail dorthin verschieben, dann wird dies auf allen Rechnern entsprechend angezeigt. Sie müssen lediglich aufpassen, dass der auf dem Mailserver zur Verfügung stehende Speicherplatz noch für den Empfang neuer Mails ausreicht.
Mit dem in Thunderbird enthaltenen Adressbuch und der Möglichkeit, einen Kalender per Add-on hinzuzufügen, werden wir uns in einem weiteren Beitrag beschäftigen.
Mittwoch, 29. Juli 2009
Lesezeichen synchronisieren
Jeder Webbrowser bietet die Möglichkeit, beliebte Seiten als Lesezeichen abzuspeichern. Je länger ein Benutzer diese Funktion verwendet und pflegt, umso wichtiger wird der Bestand an Lesezeichen für ihn. Daher bieten viele Browser die Möglichkeit zum Importieren und Exportieren von Lesezeichen, so dass sie zwischen unterschiedlichen Geräten ausgetauscht werden können.
Möchte man Lesezeichen zwischen einem Netbook und einem Schreibtischrechner synchron halten, benötigt man eine ausgefeiltere Lösung: die Xmarks. Diese Lösung besteht aus einer Kombination von Browser-Plugin und Serverdienst. Durch das Plugin werden die Lesezeichen mit dem Server abgeglichen, welcher als Knoten zwischen den verschiedenen Rechnern dient. Selbst das Synchronisieren von im Browser gespeicherten Passwörtern ist möglich, falls man einem fremden Serverdienst so weit trauen möchte. Der Service ist kostenlos, dahinter steckt der Aufbau eines Such- und Empfehlungsdienstes für Webseiten, der klassische Suchmaschinen ergänzen soll.
Für Firefox steht Xmarks als Add-on zur Verfügung. Das heisst, es lässt sich über das entsprechende Verzeichnis installieren, welches man über den Firefox-Menüpunkt Extras > Add-ons > Add-ons herunterladen erreichen kann. Geben Sie in das Suchfeld den Begriff Xmarks ein.
Das gilt nicht nur für Ubuntu, auch für andere Systeme lassen sich die Xmarks auf die oben beschriebene Art in Firefox installieren. Und falls Sie auf Ihrem Hauptrechner nicht nur ein anderes Betriebssystem, sondern auch einen anderen Browser verwenden, so können Sie ein Plugin für den Internet Explorer und für Safari auf der Xmarks Website herunterladen.
Möchte man Lesezeichen zwischen einem Netbook und einem Schreibtischrechner synchron halten, benötigt man eine ausgefeiltere Lösung: die Xmarks. Diese Lösung besteht aus einer Kombination von Browser-Plugin und Serverdienst. Durch das Plugin werden die Lesezeichen mit dem Server abgeglichen, welcher als Knoten zwischen den verschiedenen Rechnern dient. Selbst das Synchronisieren von im Browser gespeicherten Passwörtern ist möglich, falls man einem fremden Serverdienst so weit trauen möchte. Der Service ist kostenlos, dahinter steckt der Aufbau eines Such- und Empfehlungsdienstes für Webseiten, der klassische Suchmaschinen ergänzen soll.
Für Firefox steht Xmarks als Add-on zur Verfügung. Das heisst, es lässt sich über das entsprechende Verzeichnis installieren, welches man über den Firefox-Menüpunkt Extras > Add-ons > Add-ons herunterladen erreichen kann. Geben Sie in das Suchfeld den Begriff Xmarks ein.
Das gilt nicht nur für Ubuntu, auch für andere Systeme lassen sich die Xmarks auf die oben beschriebene Art in Firefox installieren. Und falls Sie auf Ihrem Hauptrechner nicht nur ein anderes Betriebssystem, sondern auch einen anderen Browser verwenden, so können Sie ein Plugin für den Internet Explorer und für Safari auf der Xmarks Website herunterladen.
Mobiles Leben
Ein Netbook ist typischerweise ein Zweit- oder gar Drittcomputer für den Einsatz unterwegs. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Daten mit mit dem Hauptrechner auf dem heimischen Schreibtisch abzugleichen. In der Rubrik Mobiles Leben werden Lösungen für Ubuntu vorgestellt, die dabei helfen.
Montag, 27. Juli 2009
Landkarten anzeigen
Google Earth ist so bekannt, dass man kaum noch auf die Idee kommt, nach einem Programm zu suchen, das ebenfalls Landkarten darstellen kann. Nicht so auf einem Netbook, denn Google Earth mit dem Atom-Prozessor einfach nicht zu gebrauchen. Es gibt jedoch eine Reihe guter GPS-Programme unter Linux, einige davon können auch als reine Kartenanzeige-Programme verwendet werden. Solch ein Programm ist TangoGPS, das darüber hinaus bestens mit dem kleinen Netbook-Bildschirm zurecht kommt.
Anders als das GPS-Gerät fürs Auto kommt TangoGPS zunächst ohne jegliches vorinstalliertes Kartenmaterial aus. Erst beim Anzeigen bestimmter Regionen wird das Kartenmaterial von freien Quellen aus dem Internet zugeladen und auf der Festplatte abgelegt. Dabei kann man aus unterschiedlichen Kartenansichten wählen: Strassenkarten, topografische Karten oder Luftbildaufnahmen.

Das Nachladen der gewählten Kartenausschnitte geht schnell und füllt die Festplatte nicht über die Massen. Nimmt man das Netbook z.B. auf einen Städtetrip mit, so empfiehlt es sich, das betreffende Kartenmaterial bereits zuhause aufzuladen. Dann kommt man unterwegs auch ohne Onlineverbindung aus und hat immer einen Stadtplan zur Hand.
Neben den GPS-spezifischen Funktionen wie dem Anzeigen der Wegstrecke oder der Koordinaten einer Position, bietet TangoGPS eine Freunde-Funktion, mit der sich die Position von Personen bestimmen lässt, die ebenfalls TangoGPS benutzen und sich auf einem Server für diesen Dienst angemeldet haben. Dieses Feature für Freizeit-IMs gibt es auch bei Google.
Neben einem kurzen Konfigurationsmenü entfaltet TangoGPS seine ganze Vielfalt per Rechtsklick auf die Karte; vom Festlegen des eigenen Standortes über POIs bis hin zur Anbindung an Fotos, um nur einige der Möglichkeiten zu nennen, die sich auch ohne GPS-Empfänger nutzen lassen.
Für Ubuntu-Nutzer steht TangoGPS bereits in den Standard-Quellen zur Verfügung, d.h. die Installation kann mit dem Programm Anwendungen hinzufügen aufgerufen werden. Dort ist es unter der generischen Bezeichnung GPS & Maps aufgelistet.
Anders als das GPS-Gerät fürs Auto kommt TangoGPS zunächst ohne jegliches vorinstalliertes Kartenmaterial aus. Erst beim Anzeigen bestimmter Regionen wird das Kartenmaterial von freien Quellen aus dem Internet zugeladen und auf der Festplatte abgelegt. Dabei kann man aus unterschiedlichen Kartenansichten wählen: Strassenkarten, topografische Karten oder Luftbildaufnahmen.

Das Nachladen der gewählten Kartenausschnitte geht schnell und füllt die Festplatte nicht über die Massen. Nimmt man das Netbook z.B. auf einen Städtetrip mit, so empfiehlt es sich, das betreffende Kartenmaterial bereits zuhause aufzuladen. Dann kommt man unterwegs auch ohne Onlineverbindung aus und hat immer einen Stadtplan zur Hand.
Neben den GPS-spezifischen Funktionen wie dem Anzeigen der Wegstrecke oder der Koordinaten einer Position, bietet TangoGPS eine Freunde-Funktion, mit der sich die Position von Personen bestimmen lässt, die ebenfalls TangoGPS benutzen und sich auf einem Server für diesen Dienst angemeldet haben. Dieses Feature für Freizeit-IMs gibt es auch bei Google.
Neben einem kurzen Konfigurationsmenü entfaltet TangoGPS seine ganze Vielfalt per Rechtsklick auf die Karte; vom Festlegen des eigenen Standortes über POIs bis hin zur Anbindung an Fotos, um nur einige der Möglichkeiten zu nennen, die sich auch ohne GPS-Empfänger nutzen lassen.
Für Ubuntu-Nutzer steht TangoGPS bereits in den Standard-Quellen zur Verfügung, d.h. die Installation kann mit dem Programm Anwendungen hinzufügen aufgerufen werden. Dort ist es unter der generischen Bezeichnung GPS & Maps aufgelistet.
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