Sonntag, 29. November 2009

AO531 und Ubuntu 9.10

Dieser Artikel behandelt das Zusammenspiel von Ubuntu 9.10 mit Elementen der diesem Blog zu Grunde liegenden Hardware, dem Acer Aspire One 531. Eine erste Betrachtung dieser Art wurde bereits auf dem Blog veröffentlicht, stammt jedoch noch aus der Alpha-Phase der aktuellen Betriebssystemversion. Seit dieser Zeit haben sich keine wesentlichen Unterschiede ergeben, aber es liegen Lösungsansätze für verschiedene Probleme vor.

Karten-Schächte

Der erste Kartenschacht, der eine Vielzahl unterschiedlicher Formate aufnehmen kann, wird vom System anstandslos erkannt. Der zweite Kartenschacht, der mit SD Expansion beschriftet ist, erkennt eine Karte nur, wenn sie bereits beim Systemstart einsteckt war. Mit dem Einfügen der Kerneloption pciehp.pciehp_force=1 kann auch der zweite Schacht dauerhaft aktiviert werden.

Anleitung: SD Expansion aktivieren

Bluetooth

Die Bluetooth-Funktionalität wird beim Betätigen des Schiebereglers an der Gehäusevorderseite ein- oder ausgeschaltet, eine LED informiert über den jeweiligen Status. Das System erkennt eine Veränderung des Zustands mittels Schieberegler und zeigt ein entsprechendes Leistenicon an bzw. blendet es aus. Die Verbindung mit BT-Geräten funktioniert anstandslos.

Wireless

Die Hardware für ein Funknetzwerk wird von Ubuntu 9.10 unterstützt, jedoch muss das Funknetzwerk nach jedem Systemstart manuell aktiviert werden. Um es dauerhaft zu aktivieren, kann mit folgendem Terminal-Befehl eine entsprechende Konfigurationsdatei erzeugt werden:

echo 'options acer-wmi wireless=1' | sudo tee /etc/modprobe.d/acer-wmi.conf

Anleitung: Netzwerk-Manager einrichten

Der Schieberegler an der Gehäusevorderseite des AO531, mit dem sich das Funknetzwerk ein- und ausschalten lässt, wird vom jedoch System nicht interpretiert. Zwar lässt sich damit die Wireless-Hardware abschalten, Ubuntu 9.10 erkennt das Fehlen der Wireless-Unterstützung jedoch nur mit einiger Verzögerung. Das Funknetzwerk muss ausserdem manuell im System deaktiviert werden, damit nicht dauerhaft nach Funknetzwerken gesucht wird, sobald per Schieberegler die Wireless-Hardware abgestellt wurde. Darüber hinaus bleibt die LED dunkel, die normalerweise eine aktivierte Wireless-Hardware anzeigen soll.

Trackpad

Ubuntu 9.10 bietet in den Einstellungen für das Trackpad die Wahl zwischen dem herkömmlichen Scrollen auf einem reservierten Bereich des Trackpads und dem Scrollen mit zwei Fingern. Obwohl das Trackpad des AO531 Eingabegesten mit mehreren Finger unterstützt, zeigt die entsprechende Systemeinstellung keine Wirkung.

Sound Aus- und Eingabe

Eine wesentliche Neuerung von Ubuntu 9.10 ist die Wahl von PulseAudio als Sound-Server für die darunter liegende Architektur ALSA. Die Tonausgabe funktioniert problemlos auf dem AO531, während sich die Toneingabe mit dem eingebauten Mikrofon zunächst nur teilweise realisieren lässt. Der Aufnahmepegel in den Audio-Einstellungen zeigt nichts an und Software, die sich ganz auf PulseAudio abstützt, kann das interne Mikrofon nicht ansprechen. Andere Anwendungen, wie der unter Ubuntu 9.10 mitgelieferte Audio-Recorder, erkennen das interne Mikrofon jedoch. Hier kann es helfen, die Eingangspegel im alsamixer via Terminal einzustellen. Nach der Installation des PulseAudio Lautstärkereglers lässt sich das Mikrofon auch für die restlichen Anwendungen aktivieren, indem man einen der beiden Stereo-Kanäle stumm stellt.

Anleitung: Mikrofon aktivieren
Anleitung: Mikrofon und PulseAudio

Webcam

Die im AO531 eingebaute Webcam wird von Ubuntu 9.10 erkannt und kann als /dev/video0 angesprochen werden.

Hotkeys

Siehe Artikel: Die Hotkeys des AO531.

Samstag, 28. November 2009

Popup-Anwendungsmenü

Ein nützliches Tastenkürzel aus Compiz Fusion ist die Kombination Ctrl und F1 (auf in Deutschland verkauften PCs ist die Control-Taste mit Strg beschriftet). Diese Tastenkombination zaubert ein Popup-Menü unter dem Mauszeiger hervor, das im Wesentlichen dem Inhalt des Anwendungsmenüs entspricht, welches oben links in der Leiste zu finden ist. Das Popup-Menü wird jedoch ergänzt durch die Einträge Zuletzt geöffnete Dokumente aus dem Menü Orte, Einstellungen und Systemverwaltung aus dem Menü System.

Das Popup-Menü ist auf einem Netbook besonders praktisch. Dort werden Programmfenster wegen der geringen Bildschirmauflösung häufig in Vollbilddarstellung geöffnet (F11). Das verdeckt auch die Leiste. Das Popup-Menü kann aufgerufen werden, ohne die Vollbilddarstellung verlassen zu müssen.

Übrigens, auch die Tastenkombination Alt und F1 zeigt das Anwendungsmenü selbst bei Vollbilddarstellung an. Der Unterschied ist, dass das Menü immer oben links angezeigt wird und keine ergänzenden Einträge aus den anderen Menüs enthält. Beim Ubuntu Netbook Remix sieht die Sache wieder ein wenig anders aus; dort sind die drei Menüs vereint, so dass sie auch gemeinsam im Popup erscheinen - und dies praktischerweise dort, wo sich der Mauszeiger befindet.

Donnerstag, 26. November 2009

Gwibber Textgrösse


Gwibber ist eine über das Software-Center erhältliche Anwendung, die Nachrichten aus Twitter, Facebook, Digg und anderen Quellen in einem kompakten Fenster darstellen kann. Nur ist die Schrift, die das Programm zur Darstellung der Kurznachrichten verwendet, viel zu gross. Gerade auf einem Netbook macht sich das störend bemerkbar.

Zwar gibt es in den Programmeinstellungen eine Möglichkeit, die Schrift zu individualisieren, aber leider zeigt sich das Programm davon gänzlich unbeeindruckt. Seit Monaten tummeln sich entsprechende Fehlermeldungen und Patches auf der Entwicklerseite des Programms, behoben wurde bisher nichts. Dabei wäre es so einfach, wie ein Schüler aus Italien demonstriert. Auf seinem Blog veröffentlichte er eine simple Anleitung. Diese stammt aus der Zeit vor der Veröffentlichung von Ubuntu 9.10, so dass sie unter aktuellen Verhältnissen ein wenig angepasst werden muss.

Dazu öffnen Sie eine Programmdatei von Gwibber mit einem Texteditor als Root; am einfachsten via Terminal:

sudo gedit /usr/share/pyshared/gwibber/gwui.py

Jetzt müssen Sie eine bestimmte Zeile (270) suchen, ihr Inhalt lautet

self.settings.set_property("default-font-size", (eval(fsize) + 2))

Ändern Sie den Zahlenwert am Schluss der Zeile. Je kleiner der Wert, umso kleiner die Schrift in Gwibber. Statt + 2 können Sie + 1 oder auch - 1 angeben. Sie können den Ausdruck + 2 auch ganz löschen oder + 0 eintragen, damit Sie sich später noch daran erinnern, wo genau der Wert für die Änderung der Schriftgrösse stand.

Sichern Sie die Datei und starten Sie das Programm, um die gewählte Schriftgrösse zu testen.


Mittwoch, 25. November 2009

Xsplash anpassen


Während Ubuntu 9.10 startet, sehen Sie einen neuen Ladebildschirm (engl. splash screen), der sich von älteren Ubuntu-Versionen deutlich unterscheidet. Die verwendete Technik Xsplash lässt sich darüber hinaus recht einfach modifizieren.

Im Grunde besteht eine Ladegrafik unter Xsplash aus drei Komponenten: dem Bildschirmhintergrund, einem Logo und einer Animation. Die Bestandteile liegen darüber hinaus in mehreren Grössen vor und können einzeln oder komplett ausgetauscht werden. Eine ständig wachsende Sammlung von Benutzer-generierten Ladegrafiken findet sich z.B. bei Gnome-Look.org.

Um das Xsplash-Paket auszutauschen, öffnen Sie ein Root-Fenster im Dateimanager und verzweigen zum Verzeichnis /usr/share/images/xsplash. Sichern Sie erst einmal den aktuellen Inhalt für eine spätere Wiederherstellung. Dann entpacken Sie das heruntergeladene Archiv und verschieben die darin enthaltenen Dateien in den Ordner xsplash.

Sie sind jedoch nicht auf fertige Pakete anderer Benutzer angewiesen, Sie können sich auch Ihre ganz eigene Ladegrafik erstellen. Das Hintergrundbild kann genauso gut ein Desktop-Hintergrund oder ein Foto sein; als Logo können Sie auch Ihr Firmenlogo einsetzen. Achten Sie lediglich auf die Namensvorgaben der Dateien.

Um die neue Ladegrafik zu testen, müssen Sie den Computer nicht extra neu starten. Geben Sie im Terminal oder in Run (Alt F2) den Text sudo xsplash ein und Sie erhalten einen Eindruck davon, was Sie beim nächsten Systemstart erwartet.

Dienstag, 24. November 2009

Plötzlicher Kontrollverlust

Manchmal kann man sich wirklich nur wundern. Beim Testen zweier Dock-Varianten, AWN und Cairo Dock, verlief erst einmal alles glatt. Nach einem Neustart funktionierte jedoch die Control-Taste plötzlich nicht mehr. Das ist die Taste ganz links unten, beschriftet mit Ctrl oder Strg und unverzichtbar für die Steuerung vieler Programme. Dieses Verhalten liess sich nachvollziehen, es lag an der Installation der Programme.

Eines der beiden Programme (Cairo Dock) meldete beim Abschalten noch einen Konflikt mit Compiz Fusion, aber die Zeit war zu kurz, um den genauen Text lesen zu können. Nach einigem Ausprobieren war die Lösung gefunden. Im CompizConfig Einstellungs-Manager (Menü Einstellungen) gibt es seinerseits einen Eintrag Einstellungen. Entfernt man dort das Häkchen vor Aktiviere Integration in die Desktopumgebung, dann funktioniert die Control-Taste wieder.



Weitere Auswirkungen auf die Funktionalität von Compiz Fusion scheint das nicht zu haben. Tastenkürzel und Desktop-Effekte funktionieren weiterhin.

Also, falls Sie einmal ein Programm installieren, das für Darstellungseffekte auf Compiz Fusion zugreift und Sie dann auch einen plötzlichen Kontrollverlust erleiden sollten, versuchen Sie einmal diesen Weg.

Übrigens, falls Sie wissen möchten, welche Dock-Variante das Rennen gemacht hat; es ist das Cairo-Dock.